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Donnerstag, 5. Juli 2012

Glencar to Glenbeigh

Glencar nach Glenbeigh / Glencar to Glenbeigh

Nach dem Regendesaster gestern haben wir heute morgen Sonnenschein. Da sieht die Welt gleich wieder besser aus. Also können wir jetzt auch über die Skurrilitäten des Climber's Inn berichte:

After the rainy desaster of yesterday, we have the first sunny day today and the world looks a whole lot better in the sun. This gives us the opportunity to tell you about the curiosity that is the Climber's Inn:



Das Climber's Inn in Glencar ist die älteste Herberge Irlands. Das Gebäude dient aber nicht nur als Herberge. Es ist gleichzeitig ein Pub, ein kleiner Supermarkt, die Post, die Bank, die Kirche... und alles unter der Aufsicht einer einzigen Frau. Hier eine Anekdote:
Gestern kamen wir, ihr erinnert euch, im strömenden Regen tropfnass und erschöpft an. Es war alles sehr verlassen, nur im Laden saß eine ältere kleine Frau an derKasse. Wir gehen hinein, grüßen und fragen wo wir uns melden können wenn wir eine Reservierung haben. Da meint sie: Eine Tür weiter, im Pub. Wir uns also bedankt, auf wiedersehen gesagt (was sie übrigens zurück gesagt hat!) und gehen in den Pub. Hier gibt es eine Klingel, wir warten eine Weile... und dann kommt die selbe Frau hinter den Tresen, strahlt uns an, grüßt freundlich: Hallo! Wie geht es euch, wo kommt ihr denn her? Wir sind im ersten Moment irritiert, aber zu erschöpft um uns wirklich darüber Gedanken zu machen. Sheila, so der Name unserer skurrilen Wirtin, nimmt uns mit zu unserem Zimmer. Erst später lachen wir über das Ganze.
Ebenso skurril ist es, das die Öffnungszeiten der verschiedenen Institutionen des Climber's Inn unterschiedlich sind (Laden von 9-17 Uhr, Post ab 9:30, Bank erst ab 10) - und dabei haben die alle den selben Eingang und sogar den selben Schalter!
Eines muss man dem Climber's Inn aber lassen. Die Duschen waren bisher die besten, mit richtig Wasserdruck sogar, das tat mal richtig gut. Wir essen an dem Abend im Pub und spielen eine Runde Billiard, bevor wir auch schon wieder in die Betten fallen. David meint noch so lange schläft er normal nicht einmal Sonntags.

David playing billiard at Climber's Inn


Climber's Inn is the oldest hostel in Ireland. But it is not only that. It is also a pub, shop, postoffice, bank and probably also church for the entire area of Glencar. And all of it is managed by one woman. Here's the story:
Yesterday we arrived at the Inn, you will remember, drenched and exhausted. Everything looked very empty, only in the shop we found a woman sitting behind the counter. We asked her where we had to go with our reservation and she instructed us to go next door, into the pub. So we said goodbye (which she said back) and left to enter the pub. Here we rang the bell and waited for a while. Then the same woman appeared behind the bar, greeting us happily 'Hello! How are you, where did you come from?' For a brief moment we are confused, but then again we're too tired to bother. Sheila, so the name of our host, takes us to our room. Late we would laugh about how strange this place actually was.
Also, the opening hours of the various different dunctions of the Climber's Inn differ (shop's open from 9 am to 5pm, post office from 9 am to 1 pm, bank opens only at 10 am...) - but they all have the same counter! 
But one thing we have to admit: the Climber's Inn had the best showers we've had so far, hot and with actual water pressure, we really enjoyed it. That evening, we ate at the pub and played some billiard before falling into our beds eakly. David says he normally never even sleeps that long on a sunday.



Diesen morgen hatten wir Frühstück auf viertel vor neun angesetzt, aber als wir hinunter kommen ist niemand da, was wir seltsam finden. In der Küche steht alles bereit also beschließen wir kurzentschlossen unser Frühstück selbst zu machen. Als wir da sitzen und essen kommt plötzlich Sheila herein gestürmt, total verhuscht, und meint sie hätte verschlafen. Wir finden es skurril, aber das sind wir inzwischen ja schon gewohnt.

Today in the morning we had asked Sheila for breakfast at quarter to eight. When we get downstairs however, no one is there. Everything is in the kitchen so we decide to prepare our own breakfast. When we sit in the dining room afterwards, just finishing up, Sheila storms in, apologising, telling us she had overslept. Strange... but we're used to that by now. 


Wie gesagt ist es heute der erste sonnige Tag und so ist unsere Wanderung heute sehr viel angenehmer. Wir durchqueren satte Wälder und Felder und haben heute auch keinen so schweren Aufstieg vor uns. Wir kommen auch am Fluss Caragh vorbei, einem der saubersten Flüsse der Welt! Gegen Ende der Etappe haben wir zwei mögliche Entscheidungen - eine etwas längere Strecke am See entlang oder die kürzere Strecke über das 'Windy Gap' einen kleineren Berg von dem aus man schon den ersten Blick auf die Bucht haben wird. Wir entscheiden uns für letztere Option und erklimmen nach einer kleinen Mittagsrast das Windy Gap.  

sunny day on our way to Glenbeigh

Caragh river

sheep on our way
looking back at Glencar
Lunch near the Windy Gap

 
Glenbeigh as seen from the Windy Gap

As mentioned before, today is a sunny day and the walk is so much nicer that way. We're crossing through green forrests and fields and we have no tough mountain pass today. We walk along the river Caragh - which is one of the cleanest rivers in the world! Towards the end of our day we can choose between a slightly longer walk along a lake or a shorter way over a small hill and the 'Windy Gap'. We pick the latter and after a short liunch rest are rewarded with a lovely view of the bay below.

Unsere Stimmung ist wieder gut, auch wenn doch so langsam die Blessuren an den Fuessen zum Vorschein kommen. Wir erreichen Glenbeigh am Meer und unser B&B - das Village House. Hier haben wir zwei Zimmer. David bekommt ein Zimmer ganz für sich und Iris und Anna teilen sich ein pinkes Zimmer! Zur Teezeit gibt es auch leckere Ingewerkekse, die es Anna wirklich angetan haben. Wir machen schon Pläne was wir alles mit nach Hause nehmen wollen sobald wir wieder in Killarney sind (Anna: Ingwerkekse! David: Den leckeren, dicken Bacon!) Heute abend sind wir mit den Belgierinnen vom ersten Tag  hier im Pub verabredet und wir freuen uns schon darauf zu hoeren wie es ihnen ergangen ist. Es gibt Live Musik und das Essen dort soll lecker sein. Also jetzt noch ein wenig ausruhen und dann geht es los.

pink room at Village House
Ssunset in Glenbeigh

 Our mood is much better than yesterday, even though by now our feet begin to complain more often. We reach Glenbeigh, a town by the sea, in the afternoon and arrive at our B&B, the Village House. Here we have two rooms tonight. David is sleeping in one on his own while Iris and Anna share one - their room is bright pink!! Later we meet in the parlour of the B&B and there are delicious ginger cookies with the tea. Already we begin making plans about what we will buy to take home with us once we reach Killarney (Anna: Ginger cookies! David: the thick bacon they have for breakfast!). Tonight we will meet the three belgian women from the first day in the pub, we're looking forward to hearing how they have done and if the mother's knee is better now. There will be music and the food is good. At night, already in bed, we see the beautiful sunset from our window. A lovely end for a good day of hiking.

Bridia Valley to Glencar

Bridia Valley nach Glencar / Bridia Valley to Glencar


Es gibt nicht so viel zu sagen. Ein super Fruehstueck als Start fuer einen schlimmen Tag. Vielleicht war das Fruehstueck auch ein wenig ueppig? Sandy fragte uns ob wir Toast und Müsli wollten oder ein 'Full Irish Breakfast'  zu dem Anna und David gerne zustimmten. Gebracht wurde ein großer Teller für jeden, mit dickem Speck aus der Pfanne, kleinen Würstchen, Frikadellen und Spiegelei, dazu gabs Toast und Ketchup. Herzhaft, üppig, und verdammt viel. Der Morgen begann mit üblem Regen, eigentlich wollte keiner von uns wirklich das gemütliche Haus von Sandy und John verlassen. Aber wir mussten ja wohl. Also hüllten wir uns in die volle Regenmontur: Rucksackschutz, Regenjacke und über das ganze noch die Regencapes, und machten uns auf den Weg. Der Aufstieg zum nächsten Pass begann direkt neben dem Stepping Stone - der Weg war steil und schlammig (Überraschung!) und die Schafe waren uns auch nicht gnädig...

rainy morning at the Stepping Stone

There is not much to say about this day. We had a great breakfast to start a terrible day. Perhaps the breakfast was a little too big even. Sandy asked us if we wanted toast and cereal or if we'd like a 'full irish breakfast' to which Anna and David curiously agreed. She then deliverd two large plates with thick bacon, sausages, black and white pudding (which is apparently a specialty here), and a fried egg, with toast and ketchup. Savoury, delicious, and hell of a lot of food to start the day. The morning was very rainy and none of us really wanted to leave the cosy house of Sandy and John. But we had to. So we put on our full rain gear consisting of rain jackets, backpack-covers and a large rain cape and left. The path towards the pass started right behind the Stepping Stone, it was steep and muddy (surprise!) and the sheep showed us no kindness either...  


Wir kletterten in leichtem Nieselregen den Pass hinauf, wobei wir mehrmals ziemlich ausser Atem kamen und Anna auf Iris und David auf Beide warten musste. Aber das war ja schon die Regel. Oben angekommen wurde aus dem leichten Nieselregen wieder ein Regen und wir kletterten ein Bachbett hinab praktisch dem Wasserfall folgend, dabei hörte es sogar mal auf zu regnen. Uns kamen zwei Frauen aus Ohio entgegen, die noch sehr frisch wirkten und uns sagten das die Strecken die vor uns lagen angenehmer werden würden als die hinter uns es offenbar gewesen waren. Das ermutigte uns doch etwas und als wir das Tal erreichten konnten wir sogar wieder lachen und haben uns selbst beglückwünscht, nicht aufgegeben zu haben.

Iris, walking up the pass


David, looking down at the next valley

Irish swamp


Fortunately the rain gets somewhat better as we climb the pass, turning into a slight drizzle. Repeatedley we got out of breath, Anna had to wait for Iris, David had to wait for the both of them - but that had been the rule lately, so he didn't complain. When we reached the top, the drizzle turned to rain again and on our way down the rocks - probably it was a waterfall under different circumstances - it stopped alltogether for a bit. Here we also met two women from Ohio who seemed utterly relaxed. They told us the way ahead of us was not as straining as the past two days had apparently been. That did give us some hope to continue and when we reached the valley, we were actually laughing about the pass and were congratulating ourselves for getting this far already.  


Der Weg geht weiter durch ein Stück Moor am Ufer eines Flusses, wo wir unter wachsamem Blick der weidenden Kühe nach einem trockenen Weg suchen. Mehrmals müssen wir über große Bäche springen um die es kein Drumherum gibt aber wir meistern es und erreichen schließlich einen richtigen Weg! Da geht es einem gleich viel leichter von der Hand.

following the river

The way continues through a swampy region around a river. Carefully watched by the nearby cows, we are looking for the driest possible way across and have to jump water streams on several occassions. But we manage quite well and finally reach a real paved passage! Here we continue more easily for a while.


Nachem wir eine Familie verängstige Schafe etwas vor uns her gescheucht haben (nicht absichtlich, aber sie haben uns einfach nicht vorbei gelassen sondern sind einfach immer vor uns her gerannt) erreichten wir eine richtige Landstraße, die an einem großen See entlang führt, den wir wohl umrunden müssen. Und hier holt uns der nächste Wolkenbruch ein! Ohne Möglichkeit uns unterzustellen müssen wir weiter marschieren. Aus unseren Schuhen schwappte bei jedem Schritt das Wasser, die Nerven liegen blank als wir im strömenden Mistwetter der Straße folgen müssen, wo die Autos und Laster auch fahren - und zwar mit wahnwitziger Geschwindigkeit! Mehrmals müssen wir uns ins Gesträuch retten. Als wir ein Schild erreichen das uns mitteilt das uns noch 4km von unserem Tagesziel Climber's Inn trennen wird uns klar - das sind die berühmten 4km aus der Hölle.


After literally chasing a family of sheep before us for a while (not on purpose! They just did not let us walk by them but instead kept running away whenever we came close) we reach a paved road leading around a large lake. Here, we are surprised by the next heavy shower - really torrential rain! We have no possibility to find shelter so we have to continue walking along the road. We have water in our shoes and in our sleeves, the nerves are on edge as we have to walk on the road where cars and trucks pass us by at insane speed, forcing us to throw ourselves into the bushes every now and then. When we see a sign telling us there are another 4 km between us and our hostel - the Climber's Inn - we realise in shock: these will be the infamous four kilometers out of hell!



Und tatsächlich - dieses letzte Stück zieht sich wie Kaugummi. Wir laufen nurnoch wie auf Autopilot, keiner redet, die Lieder sind verstummt, die Stimmung ist im Eimer. Anna ist nicht sicher ob das Regen ist, das da ihr Gesicht runterrinnt, oder Tränen... Aber schließlich erreichen wir doch das Climbers Inn. Und als wollte sie uns ins Gesicht spucken kommt nun die Sonner heraus.

our room at Climber's Inn - and outside: the sun!


And yes - those 4 kilometers seemed to have no end to them. We have fallen into a trance like walk, no one is talking, no one is singing, the mood is ruined. Anna is not sure if it is rain pouring down her face or tears... but finally, we reach Climber's Inn. And as if to spit us in the faces, the sun comes out...



Es gibt einiges zu erzählen über das Climber's Inn, aber heute sind wir dazu zu erschöpft. Dazu also morgen mehr...

There are many curious things about Climber's Inn we want to share with you, but we are way too exhausted today. So more on that tomorrow...


Montag, 30. April 2012

Noch 8 Wochen

Nun, es sind noch 8 Wochen, ganz langsam rückt die Reise näher. Unsere Vorbereitungen für die Strecke  sind zum größten Teil abgeschlossen. Wir müssen noch ein paar Kleinigkeiten besorgen (wie zum Beispiel Regenkleidung) unsere Capes sind ja während der Wanderung auf dem Caminho leider kaputtgegangen. Für David, unser neues Mitglied in der Wandertruppe, haben wir am letzten Wochenende den Rucksack gekauft.
Wir haben die ganze Strecke in 11 Etappen eingeteilt, der zweite und dritte Tag wird jeweils etwas kürzer da wir von früher wissen das wir am zweiten Tag ziemlich erschöpft sind. Und genau in der Mitte liegt ein superkurzer Tag, praktisch ein Pausetag am Strand. Als Unterkunft haben wir eine gute Mischung aus Jugendherbergen und B&B's ausgesucht. Das wird bestimmt spannend.



Well, only 8 weeks left before we start the Ring of Kerry. Our preparations are more or less finished. We still have to buy a few minor things (like for example rain clothes) our raincoats from before did not make it through the caminho. For David, the new member of our little group, we bought a backpack last weekend, so he is good to go.
The walk is split into 11 stages, the second and third day will be a little shorter than the others because we know that on the second day we are always quite exhausted. And in the middle of the tour we have a really short day, more like a break day on the beach. For sleeping we picked a mix of hostels and B&B's. This will be so exciting